Freitag, 16. November 2007

4. Aufgabe

Inhaltliche Beschreibung von historicum.net

Historicum.net ist die Nachfolgeplattform des „Servers Frühe Neuzeit“ (sfn) und wird von einer Vielzahl an wissenschaftlichen Institutionen unterstützt. Der Zweck dieses Angebots besteht in der Präsentation von eigenständigen Portalen unter einheitlicher technischer Struktur und ebensolchem Erscheinungsbild. Der Vorteil liegt auf der Hand: Durch die Erreichbarkeit über eine gemeinsame Startseite können die Themenportale einem größeren Kreis nähergebracht werden als durch einzelne Netzauftritte. Der ursprüngliche Schwerpunkt der Frühen Neuzeit ist zwar noch deutlich erkennbar, wurde jedoch mittlerweile bis herauf zur Zeitgeschichte erweitert. Die Gesamtverantwortung obliegt einem eigens dafür geschaffenen Trägerverein, für die Inhalte sind jeweils namentlich genannte Fachredakteure zuständig. Die ständig sichtbare horizontale Leiste verschafft Zugang zu den vier Rubriken, von denen zwei – „Länder“ und „Recherche“ – im wesentlichen kommentierte Linklisten zum Inhalt haben. Obwohl die Startseite nicht nur die unkomplizierte Zugänglichkeit aller Angebote erlaubt, sondern auch über neue Artikel auf dem laufenden hält und diverse Zusatzfunktionen wie etwa ein Quiz oder Abonnement-Möglichkeiten bereithält, wirkt sie keineswegs überladen.
Näher eingehen werde ich auf die Auswahlmöglichkeiten „Themen“, die zum Kern des Angebots führt, und „Lehren & Lernen“ mit Einführungen zum geschichtswissenschaftlichen Arbeiten.
  1. Themen
  2. Nach Wählen eines Buttons in der horizontalen Leiste scheinen in einer vertikalen Leiste die Auswahlmöglichkeiten der zweiten Verzeichnisebene auf, die wiederum Unterverzeichnisse- bzw. Kapitel enthalten. Die 14 „Themen“ (angemessener wäre „Themenportale“) reichen von Hexenforschung bis zum alliierten Bombenkrieg. Da für die Inhalte jeweils unterschiedliche Personengruppen verantwortlich sind, weicht auch die Strukturierung der einzelnen Themen zum Teil stark voneinander ab, was aber Orientierung und Übersichtlichkeit, die durch den permanent sichtbaren Verzeichnisbaum gewährleistet sind, keinerlei Abbruch tut. Es können an dieser Stelle nicht alle Portale einzeln besprochen werden, obwohl manche derart ergiebig sind, daß sie durchaus im Rahmen einer eigenen Webseite präsentiert werden könnten und ihnen gesonderte Rezensionen zukämen. (Für das Portal zur Französischen Revolution gibt es eine Besprechung bei H-Soz-u-Kult.) Ich habe längere Zeit nach Merkmalen gesucht, die auf alle 14 Portale zutreffen, doch wurde ich nicht fündig, einmal abgesehen vom hohen wissenschaftlichen Ansprüchen genügenden Standard, den wenige Absätze umfassenden Einführungstexten auf den Projektstartseiten und den weiterführenden Literaturhinweisen. Es ist daher notwendig, sich nach der kurzen Einarbeitungszeit in historicum.net auch mit den jeweiligen Themenseiten vertraut zu machen.
    Im Gegensatz etwa zu Clio-online verfolgt historicum.net nicht das Ziel, geschichtswissenschaftliche Hilfsmittel kommentiert zu sammeln, sondern selbst themenorientierte Beiträge zu liefern, die von Zeitleisten und Kurzdefinitionen über einführende Artikel bis hin zu umfangreicheren Aufsätzen reichen. Es ist zwar zumeist empfehlenswert, sich zumindest mit den Einführungsartikeln (wofern vorhanden) zu befassen und anschließend der Reihenfolge der Auflistung zu folgen, doch können viele Beiträge auch „eigenständig“ gelesen werden.
    Etwas außerhalb der Reihe der 14 themenorientierten Portale stehen die Plattformen Internationale Geschichte und Klassiker der Geschichtswissenschaft, die aus einer diplomatiegeschichtlichen Aufsatzsammlung bzw. einem Nachschlagewerk über Personen mit Einfluß auf die Geschichtswissenschaft bestehen. Bei letzterem ist bemerkenswert, daß die Artikel neben tabellarischer Biographie und Linkliste ausschließlich Zitate der Sekundärliteratur enthalten.
  3. Lehren & Lernen
  4. In dieser Rubrik stehen Einführungen zum geschichtswissenschaftlichen Arbeiten ( Archiveinführung, Computer bzw. Internet im Geschichtsstudium und „Arbeiten mit Quellen“) zur Verfügung, die sich gleichermaßen an Lehrende wie Studierende richten. Im Bereich „Lehren & Lernen“ können ferner eine umfangreiche Bibliographie zu Geschichtsdidaktik- und Unterricht und eine Art elektronische Festschrift für den in München lehrenden Historiker Winfried Schulze abgerufen werden. Die letzte Rubrik, die sogenannten Link-Winks, die ausführliche Kommentare zu ausgewählten historischen Online-Ressourcen enthalten, wird entgegen den Informationen in der Projektbeschreibung offensichtlich nicht mehr aktualisiert und dient daher nur noch als Datenbank.
    Nicht unerwähnt bleiben sollte auch der Webkatalog zu „universitärer Lehre und Internet“, der auf den ersten Blick wie eine Verdoppelung der zahlreichen einschlägigen Linklisten anmutet, sich bei näherer Betrachtung aber als kenntnisreich kommentierte und vor allem nicht fachspezifische Internet-Bibliographie erweist, die unter anderem auch auf technische Anleitungen zum Publizieren im Netz aufmerksam macht.
Die Texte entbehren durchwegs einer Hypertextfunktionalität. Besonders bei den zahlreichen Zeitleisten wären Verweise auf allfällig vorhandene thematisch passende Aufsätze sehr gewinnbringend. Einen erheblichen Abstrich bei der Benutzerfreundlichkeit verursacht das Fehlen einer Druckfunktion, die besonders für Aufsätze, die auf mehreren Seiten angezeigt werden, wünschenswert wäre. Dies sind jedoch Kleinigkeiten in Anbetracht der ansonsten ausgezeichneten Präsentation und hohen inhaltlichen Qualität und der gelungenen Mischung von Text, Zeitleisten, Bildmaterial und Bibliographien bzw. Linklisten.
Romberg - 19. Nov, 20:37

Facettenreich

Ihr Rückbezug zu clio-online an mancher Stelle finde ich sehr gut sowie von einer Makrosicht auf das Portal zu einer Mikrosicht auf zwei Bereiche zu wechseln. Denn es ist klar, dass der inhaltliche Umfang des Portals es erschwert nicht auszuufern. Bei den beiden ausgewählten Bereichen handelt es sich auch um einen der zentralsten Unterschiede zum vorherigen Fachportal.

Ihre Anmerkung zur fehlenden Druckfunktion muss ich widersprechen. Denn sowohl bei Safari als auch bei Firefox konnte ich den Text einwandfrei via Strg+P ausdrucken. Wie es nun mit dem Internet Explorer steht, entzieht sich meiner Überprüfung momentan.

ug - 20. Nov, 03:45

Die Druckfunktion des Browsers funktioniert in der Tat wie fast immer einwandfrei. Meine Kritik bezog sich jedoch auf Beiträge, die in Unterkapitel gegliedert und nur auf mehrere Seiten verteilt zu lesen sind (wie der letzte Link oben, der zu einem solchen Beispiel führt). Will man den ganzen Beitrag ausdrucken, muß man jedes einzelne Unterkapitel wählen und den Druckbefehl geben - bei diesem Beispiel sechs Seitenaufrufe plus Druckbefehl und zugegebenermaßen hier ein verkraftbarer Aufwand, der aber bei einer konsequenten Fortführung dieser Technik bei umfangreichen Arbeiten ausuferte.
Unter „Druckfunktion“ verstehe ich nicht, daß der jeweils sichtbare Textausschnitt mittels Druckbefehls des Browsers ausgedruckt wird, sondern eine Darstellung des jeweiligen Gesamttextes auf einer Seite. Beispiel bei „Die Zeit“: In der Standardansicht gibt es rechts oben die Auswahlmöglichkeit „Drucken“, die zu dieser Druckversion führt.

M4 WS 2007

Ulrich Gatterbauer

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